Die Geschichte: EINER WIE ICH

Geboren wurde ich in der bedeutenden Stadt Geilenkirchen. Aufgewachsen bin ich in der Gemeinde Selfkant, im schönen Dorf Süsterseel. Als Rapper nenne ich mich Wohnzimmerheld. In Süsterseel kennen mich viele als Jörg oder als SNOOK…

… und das hat eine schöne Geschichte.

Ich war und bin immer noch einer von wenigen im Selfkant, der ein großer Fan vom 1. FC Köln ist. Auch wenn vieler meiner Freunde Fans von BMG sind, verstehe ich mich immer noch sehr gut mit ihnen.

Zurück zur Geschichte:

Ich war früher oft mit älteren Jungs unterwegs. In der Retrospektive: sie waren in der Klasse meiner Schwester und ich wollte mit den vier Jahren älteren Jungs abhängen, um cool zu sein. Aber egal. Einer der Jungs, „Olsen“, hat mich damals zum FC gebracht. Als ich in einem bestimmten Alter war, hat „Bodo“, der berühmte Coach des FC Wanderlust Süsterseels, bei meiner Mutter vorgesprochen und um die Erlaubnis gebeten, den kleinen Jörg mit zum Stadion nach Müngersdorf zu nehmen. Fortan war ich ein „Selfkantböck“ und bin zu allen Heim- und manchmal zu Auswärtsspielen mitgefahren. Was für mich als „Gesetz“ hängen geblieben ist, war die Tatsache, dass der Fahrer gleichzeitig der Reise-DJ war und die Musik bestimmte!!! Jetzt kam der Tag, wo ich den Führerschein erlangte. Und da beginnt die Geschichte meines einstigen Rappernamens und heute noch bestehenden „Spitznamens“: Jeder Fahrer zum FC hatte CDs dabei, die er auf der einstündigen Fahrt der Allgemeinheit zum Besten gab. Meine Freunde kamen mit Dire Straits, Pink Floyd und anderen Rockgrößen um die Ecke.

Ich hatte damals eine heiße Scheibe: SNOOP DOGGY DOGG- „DOGGYSTYLE“. Als dann das Lied „What´s my name“ von diesem, den anderen gänzlich unbekannten Künstler, zu hören war, lachten sie sich alle kaputt. Besonders der Name SNOOP DOGGY DOGG hat alle sehr amüsiert. Leider haben die Jungs SNOOK DOGGY DOGG verstanden.

Naja, da jeder der Selfkantböcke einen Spitznamen hatte (Büb, Backi, Bodo, Olsen usw.), fehlte mir natürlich auch noch ein Name, um meine Position im Fanclub zu festigen. Da der Name SNOOK DOGGY DOGG zu lang war, um bei dem Jüngsten der Truppe in der Halbzeitpause Bier und Würstchen zu bestellen, blieb dann die Kurzform SNOOK hängen. Dieser Name festigte sich bei meinem Heimatverein FC Wanderlust 1920 Süsterseel e.V. so sehr, dass viele meinen bürgerlichen Namen wohl nicht mehr kennen.

Wie alles begann…

Bis zum Jahr 1978 war das kleine Dorf Süsterseel (auch Söstersiel genannt) ruhig, idyllisch und friedlich. Doch dann kam ich in das Dorf und alles wurde anders. Von klein auf machte ich mit meinem besten Freund Thomas alles unsicher. Kaum konnte ich krabbeln, da wurde ich schon ständig gesucht und vermisst. Schnell fand man heraus, wo ich mich immer versteckte: bei meinem Opa neben an. Als heranwachsendes Kind entwickelte ich mich zeitweise zu einem AK und legte meinen besten Kumpel oft rein oder verhaute ihn mit einer Schneeschaufel. Da hatten die Leute die Befürchtung, dass ich ein „Gangsterrapper“ werden würde. Spätestens nach der Drogenkontrolle mitten im Dorf, stand es für die Mehrheit fest. Aber zum Glück holte mich meine Mutter, mein Vater und meine Schwester immer wieder in die „Non-Rap Realität“ zurück.

Wie zum Geier kommt so ein Kerl an die hohe Kunst der Lyrik, des Rhythmus und der Sprache?

Angefangen hat alles mit einem außerordentlich bedeutsamen Film über die menschliche Interaktion in Form von Nahkampf (Kung-Fu usw.), von meinen Kumpels René und Thomas. Die Idee zu diesem Film wurde über Monate im Detail ausgearbeitet, um dann viel viel später…

… nicht gedreht zu werden.

Aber ein Song für den Soundtrack wurde aufgenommen. Im Alter von 14 Jahren schrieb ich den Song für den Film- Soundtrack: „Now more War“. Yeah! Geilster Titel für einen Martial Arts Film!!! In der Schule immer eine 4 in Englisch, aber der erste Text musste auf Englisch gerappt werden. Naja, in dieser Sprache ging es aber dann auch erst mal weiter. Meine ersten kleinen Auftritte hatte ich auf Olsens Geburtstagsparty. Die Gäste klatschten einen „We will rock you“ – Rhythmus in die Hände und auf die Beine und ich schmetterte „Now more war“ ins Wohnzimmer. Diese Geburtstags-Performance wurde dann zur Tradition.

Zum ersten Mal auf der Bühne stand ich in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung, wo ich einige Jahre gearbeitet habe. Auf dem Instrumental von „If I rule the world“ oder „Killing me softly“, die von DJ Klaus gespielt wurden, rappte ich dann zum ersten Mal vor einem größeren Publikum. Diese Art der Auftritte entwickelten sich dann auf den Bühnen der Kirmeszelte mit meiner ersten Band „Storm“ (später „The Hood“) weiter. Mit DJ Klaus, DJ Double S, DJ Big Shadow, EmCea und Nici, hatte ich mit dieser Gruppe einige Auftritte in den Dörfern der Umgebung.

Dann ging es eine Stufe weiter für mich. Ich wurde entdeckt! Na gut, ich wurde empfohlen von meiner niederländischen Cousine Jaqueline, die sehr gut mit einem Produzenten aus Sittard befreundet ist. Dieser Produzent, Max P oder einfach Harald, hat sein eigenes Label: Bahama Kitchen Music. Aber aller Anfang ist schwer. Für den Sampler „Blow Flows ´n Tripshit“, suchte Harald noch einen deutschen Künstler, um seine internationale Scheibe (Künstler aus Holland, Frankreich und Spanien) zusammen mit seinen Freunden, fertig zu stellen. Ich hatte bis dato nur einen Text auf Deutsch geschrieben, der auch noch ein Anti - Drogen Rap war. Blöderweise sah man auf dem Cover von „Blow Flows ´n Tripshit“ nur Marihuanapflanzen. Dieser Sampler ging dann auch an die Coffeeshops des Landes. Da wäre ein Anti-Drogen Song wohl nicht so gut angekommen. Aber Harald hatte die Idee, mich über eine leichte und lockere Lebensweise philosophieren zu lassen. Also, Snooks erster Hit: „Locker“, der im Wohnzimmer von Haralds Freund René produziert wurde. Das Studiomikrophon stand übrigens in seinem Badezimmer, somit ist es eigentlich eine „Lokus-Homeproduction“.

Diese Zusammenkunft war für mich ein Volltreffer. Harald wurde zu meinem Mentor in Sachen Rapmusik, Texte schreiben, Rhythmus, Timing usw., aber vor allem ist die bis heute bestehende Freundschaft zu ihm, für mich sehr bedeutsam.

Die schönste Zeit in meiner „Musikkarriere“, hatte ich mit meiner Band „Shoarma Bizniz“. „Redefex“ brachte mich als kleiner Junge zum Hip-Hop, mit Kassetten von Fu-Shnikens und Run D.M.C. Später sorgte er in der Band für unglaubliche Beats, die Leif mit seiner Gitarre noch komplettierte. „EmCea“ und „Snook“ versuchten sich als gute Bühnenrapper, waren zu der Zeit jedoch leider noch nicht reif genug für die unglaublichen Beats von „Redefex“. Trotzdem hatten wir viel Spaß und Selbstvertrauen. Nach einer tollen Zeit mit sehr viel Spaß und vielen Erfahrungen, wurde diese Band leider wieder aufgelöst.

Meinen bis heute größten Auftritt hatte ich auf der Open-Air Veranstaltung der Waldschänke in Süsterseel, Selfkant-Rock. Hunderte Leute feierten meine Songs wie „Meine Nacht“ und vor allem „SNOOKSEL F“. Klar hätte ich das nie gebracht ohne meinen besten Freund Thomas, der mit mir auf der Bühne war. Und ich wäre wohl nie vor so einem großen Publikum aufgetreten, wenn nicht die Veranstalter Heinz, Rick und Guido, die Idee gehabt hätten, jemanden in der Umbaupause der Hauptacts, wie Glenrock, auftreten zu lassen. Aber dieser Auftritt wird sich immer in mein Gedächtnis brennen. Mit Thomas nochmal auf der Bühne, meine Schwester mit ihrem jetzigen Mann im Publikum und meine Eltern hinter der Absperrung auf dem Feuerwehrwagen. Für mich legendär.

Wie kam es zu dem Namen Wohnzimmerheld?

Als ich in den Vorbereitungen zur Geburt meines Kindes, mein Arbeits- und Musikzimmer zu einem Kinderzimmer umfunktionierte, baute ich mein Equipment in „MP3-Format“ im Wohnzimmer wieder auf. Ab und an versuchte ich mich selber an Cubase und spielte simple Loops auf dem Keyboard. Manchmal spielte ein sehr guter Freund von mir Gitarre zu den Songs. Mit den entsprechenden Getränken fühlten wir uns oft als Helden des Wohnzimmers.

Meinen ersten Auftritt hatte ich im Wohnzimmer eines Freundes auf dessen Geburtstag und meine erste „Studioaufnahme“ wurde im Wohnzimmer produziert. Viele meiner Songs aus dem Album EINER WIE ICH, wurden von mir in meinem eigenen Wohnzimmer aufgenommen. Da schließt sich wohl der Kreis. Leute,

ich bin ein Wohnzimmerheld.

23.09.2017

Albumrelease Wohnzimmerheld EINER WIE ICH.

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